NR.6 EMIL AM NORDPOL

Geposted von Antonio Cerro am

Heute bin ich bei Oma, wir haben Kekse gebacken - Haselnusskekse mit Schokoladenglasur und bunten Perlen oben drauf. Liebt ihr ihn auch, diesen Geruch von Keksen die im Ofen backen?

Gerade steht Opi auf dem Stuhl und drapiert einen Engel auf der Spitze des Weihnachtsbaumes, der sich in der rechten Ecke, neben dem Fenster breit macht. Bunte Lichter blinken in den Fenstern und Kalle, Omi und Opis Hund schnarcht vor dem Kamin, in welchem ein kleines Feuerchen lodert. Es ist Weihnachten und man kann es überall erkennen. Es ist wirklich die schönste Zeit im Jahr, findet ihr nicht auch? Vorhin konnte ich sogar einen Schneeengel im Garten machen, von dem ist aber leider nichts mehr zu sehen, denn es schneit noch immer. Auch der Fußweg, den Opi vorhin freigeschaufelt hat, ist wieder mit einer dicken, weißen Schneeschicht bedeckt. Im Fernsehen laufen gerade die Nachrichten, ein Mann verkündet, dass der Flugverkehr, Aufgrund des vielen Schnees, bis auf weiteres eingestellt wird. 

»Oh nein! Aber wie soll der Weihnachtsmann denn morgen die Geschenke bringen, wenn niemand fliegen darf?«

...erschrocken schaue ich Omi und Opi an. Da kommt mir eine Idee: »Meint ihr, der Weihnachtsmann braucht dieses Jahr vielleicht ein bisschen Hilfe?«, ich renne nach oben in das Gästezimmer, in dem ich schlafe und hole meinen Wunder-Slime unter dem Bett hervor. Ich greife hinein und…

»Hey! Hey! Aufwachen. Was machst du denn hier?«, ein kleiner, spitzer Schuh tippt mir ein paar Mal gegen den Arm, so als wolle er testen, ob ich noch lebe. Ich liege im Schnee und große, dicke Flocken fallen mir ins Gesicht. Diese Flocken sehen aber ganz anders aus, als Zuhause. Sie leuchten und glitzer blau, so als hätte sie jemand mit Glitzerstaub bepudert.

»Ich, ich bin hier um dem Weihnachtsmann zu helfen.«

sage ich und blicke in zwei große Elfenaugen. Seine Ohren ragen spitz unter der roten Bommel Mütze hervor und seine Nase sieht aus wie ein gelber Golfball. »Aha, und warum solltest du das tun wollen?«, skeptisch schaut mich der Elf an. »Na wegen dem Schneesturm. Er darf nicht fliegen und… und da dachte ich, dass ich ihm helfe. Ich bin Emil, ich habe einen Wunder-Slime. Der kann bestimmt auch ihm helfen. Beim Fliegen, weißt du?!« 

»Na, dann komm mal mit.« Der Elf reicht mir seine Hand und ich ergreife sie. Er ist erstaunlich stark für seine Größe und zieht mich im Nu auf dier Füße. »Wow, du bist ein kräftiger, kleiner Kerl.«, sage ich zu ihm, er grinst mich breit an.

Wir laufen ein Stück, über eine schneebedeckte, glitzernde Wiese, zu einem Wald aus Tannenbäumen. Dieser Duft - er ist fast besser als frisch gebackene Kekse. »Wie heißt du überhaupt?«, frage ich den Elf, der gerade aus Schneeflocken mein Gesicht in der Luft formt. Ich traue meinen Augen kaum. »Wow. Wie... wie machst du das?« 

»Ich bin ein Elf. Ich kann das eben! Ich heiße übrigens Zipp.«

wieder ein breites Grinsen. »Wir sind da.«, sagt Zipp, doch ich kann nichts sehen. »Wo, da?! Hier ist Nichts.« Zipp reicht mir wieder seine Hand und zieht mich hinter sich her. Ein warmer Strudel aus gebackenem Apfel, Zuckerstangen und Tannenduft umwirbelt mich und plötzlich stehe ich in einer Fabrik, die aussieht wie ein Spielzeugladen. 

»Hallo Emil.«, eine tiefe Stimme begrüßt mich, doch ich kann wieder nichts sehen. Kurz darauf schimmert und flackert es direkt vor mir auf und da steht er. Leibhaftig. Der Weihnachtsmann. Genauso, wie ich ihn kenne. Mit langem weißen Bart und rotem Anzug. Goldenen Knöpfen und schwarzen Stiefeln. 

Ich bin so aufgeregt, ich bekomme kein Wort heraus. »So, du bist gekommen um mir zu helfen. Dann erzähl doch mal.«, sagt er und deutet mir mit einer Handbewegung an, ihm zu folgen. Ich erzähle ihm von meinem Wunderslime und dass er Wünsche erfüllen kann, nicht alle, aber die Meisten. Ich erzähle ihm von meinen tollen Abenteuern und dass ich mir vorgestellt habe, dass der Slime auch ihm einen Wunsch erfüllen könnte. »Mh.«, brummt der Weihnachtsmann vor sich hin.

»Also Emil, Hilfe beim Fliegen brauche ich nicht. Ich bin der Weihnachtsmann und mein Schlitten ist für Flüge im Schnee konzipiert.«, er zwinkert. »Aber, ich könnte Hilfe beim Einpacken der Weihnachtsgeschenke für die Kinder gebrauchen. Meine Einpackmaschine ist nämlich kaputt gegangen. Könntest du und dein Slime da eventuell etwas machen?«

»Nichts leichter als das!«, rufe ich. 

Als ich aufwache bin ich bei Omi und Opi, meine Eltern sind auch schon da. Ich renne die Treppe herunter, in die Stube - und da liegen sie. Wunderschön verpackt, unter dem Baum. Die Weihnachtsgeschenke. Das ist das schönste Weihnachten aller Zeiten!

 

Autor: John Doe


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