Nr.2 Emil auf der Flucht!

Geposted von Antonio Cerro am

Nr.2 Emil auf der Flucht!

Peng! Himmel! Erschrocken klammerte ich mich an die Mähne des Pferdes, auf dem ich saß. Es jagte in wildem Galopp über eine weite Wüstenlandschaft. Das durfte nicht wahr sein, wo war ich denn diesmal gelandet? Ich hatte es einfach nicht lassen können und meine Finger wieder in den hellgrünen Slime gesteckt.
Ihr ahnt wahrscheinlich warum, oder? Ich hab mich nach einem neuen Abenteuer gesehnt, aber inmitten einer wilden Jagd aufzuwachen, das war schon fast zu viel Nervenkitzel! Der Wind brauste durch meine Haare. Der Sand rieb an meinem Gesicht. Die Hitze war unerträglich. Zum Glück hatte ich einen Hut auf dem Kopf! Ein Cowboy Hut wohlgemerkt! Vorsichtig schielte ich hinter mich. „Wer verfolgt uns da eigentlich?“, sagte ich laut zu mir selbst. 

„Pausbäckigen Riesenaffenkröten!“

Fast wäre ich vom Rücken des Pferdes gefallen! Wer hatte das gesagt? Und was waren pausbäckige Riesenaffenkröten?

Als ich mich erneut nach hinten drehte, sah ich sie. Sie waren wirklich mächtig groß, wirkten wie Affen, bewegten sich aber wie Kröten und hatten das breiteste Gesicht, das du dir vorstellen kannst. Mit einem Sprung legten sie mehrere Meter zurück und kamen uns immer näher! „Das gibt’s ja nicht!“

„Doch das gibt es und es springt gerade im Schweinsgalopp hinter uns her!“, erklang erneut die Stimme und diesmal nahm ich direkt wahr, wer da sprach.

Es war das Pferd! „Du kannst sprechen?“ „Du ja auch oder?“ Belustigt schüttelte ich den Kopf. „Und was machen wir jetzt?“ „Na fliehen, was sonst?“ „Aber sie holen uns gleich ein! Du müsstest schneller laufen!“ Das Pferd schnaubte. „Du hast Ansprüche! Wie wär’s stattdessen, wenn du auch mal was zu unserer Flucht beiträgst?“ „Wie denn?“ 

Das Pferd blieb stumm. Ich blickte an mir hinab. Was war eigentlich in dem Rucksack, den ich auf dem Rücken trug? Ich drückte meine Beine fest an den Pferdekörper und befreite mich von den Trägern. Dann zog ich ihn falschrum an, sodass ich direkt hineinblicken konnte. Er war bis oben hin voll mit rot leuchtendem Zauberslime! Ich griff hinein und zog eine Handvoll daraus hervor.

„An die Hufe!“, schrie ich laut. Der Slime flog aus meiner Hand und teilte sich in vier Teile. Dann schoss er nach unten und klemmte sich unter die Hufe des Pferdes. Plötzlich sprang das Pferd bei jedem Schritt wie ein Gummiball weit nach vorne. Boing! Boing! Boing!

„Hey! Was soll das denn? Ich bin doch kein Känguru!“

„So kommen wir viel schneller voran, jetzt zier dich nicht! Das Pferd grummelte und bouncte weiter. Ich griff erneut in den Slime. „Undurchsichtige Krötenbrillen!“, brüllte ich dann und warf das glibberige Etwas nach hinten. Der Slime schoss zu den Krötenaffen und wurde immer größer und größer dann teilte er sich durch fünf und formte sich zu riesengroßen Brillen, die sich noch im selben Moment über die Augen der Krötenaffen legten. Nun konnten sie uns nicht mehr sehen, doch sie gaben noch immer nicht auf. Entschlossen griff ich zum letzten Mal in die rote Masse. Ein dickes Grinsen lag auf meinem Gesicht. „Kitzelattake!“, rief ich dann und lies den Slime los. Er fetzte zu unseren Verfolgern und begann, die fünf Kröten abwechselnd durchzukitzeln. Dabei war er so schnell, dass man ihn kaum noch sehen konnte. Ein blubberndes tiefes Dröhnen kam aus den Krötenmündern und schon nach kurzer Zeit hatten sie sich schlapp gelacht. Jetzt kullerten sie nur noch wabernd durch den Sand. Das Pferd hielt inne. 

„Emil!“, rief plötzlich eine der Kröten. „Wir wollten Dir doch nur sagen, dass dein Schnürsenkel offen ist!“

Autorin: Jennifer Griffiths

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